Das eigene E-Book schreiben: Was es bringt und wann es sich lohnt

Bildschirmfoto 2013-11-17 um 16.31.18Der Journalist Tobias Gillen (@tobiasgillen) hat ein E-Book mit dem Titel „Verschlüsselt!“ geschrieben. Darin erklärt er, wie man es auch ohne Vorkenntnisse schafft, E-Mails sicher zu versenden und gute Passwörter zu erstellen. Neben der inhaltlichen Ebene zeigt das E-Book-Projekt auch, welche vielfältigen Möglichkeiten man als Journalist längst hat.

„Verschlüsselt!“ (2,99 Euro) verdeutlicht sehr gut, welche Wissenschätze längst im Netz zu finden sind. Wer nicht weiterkommt, muss nicht mehr den Freund des Bekannten „der sich mit Computern auskennt“ anrufen, sondern googelt die richtige Lösung.

Mit Willen, Geduld und Hartnäckigkeit ist man so in der Lage, sich selber auch scheinbar komplexe Dinge zu erklären. Dazu gehört auch die Verschlüsselung eigener E-Mails, die in dem E-Book Schritt für Schritt erklärt wird.

„Ich habe keine Ahnung von Verschlüsselung Kryptologie und Co.“, schreibt selbst der Autor zu Beginn des Buches über seinen Wissensstand vor dem Projekt. In Tagebuchform erschließt er sich in „Verschlüsselt!“ das nötige Handwerkszeug und lässt den Leser dran teilhaben.

Sicherheit im Netz ist gerade bei privaten Nutzern kein großes Thema. Viele Leute sind nicht einmal in der Lage, ihre Passwörter ordentlich zu organisieren. Wie sollen sie Interesse und Neugier entwickeln, auch noch E-Mails zu verschlüsseln? Das Buch will helfen, das zu ändern.
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Tobias hat mir freundlicherweise auch einige Fragen zum Thema E-Book beantwortet. Dabei verrät er, was man bei Veröffentlichungen beachten sollte, wieviel Aufwand es ist, ein eigenes Buch zu erstellen und was es einem bringt.

Welche technischen Voraussetzungen braucht man, um ein E-Book zu veröffentlichen?

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Tobias Gillen. Foto: tobiasgillen.de

Tobias: „Ich habe auf Pages, ein HTML-Dokument und zur Konvertierung Calibre gesetzt. In Pages habe ich den Text ganz normal geschrieben, dann in das HTML-Dokument eingefügt und dieses dann mit Calibre in das passende ePub-Format konvertiert und das Cover angefügt.

„Viel Technikaffinität ist beim E-Book-Schreiben nicht gefragt.“

Für das Cover habe ich – alle Grafikdesigner werden jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – einfach Apples Standardprogramm für Bildbearbeitung (Vorschau) benutzt. Ich bin in solchen Dingen sehr schlecht und habe einfach ein unter CC-Lizenz stehendes Bild bei Flickr gefunden, es zugeschnitten und den Titel draufgeschrieben. Alles in allem also nur kostenlose und simple Tools – viel Technikaffinität ist beim E-Book-Schreiben nicht gefragt.“

Wie kommt es in den Apple-Store und auf welchen Plattformen hast du es noch veröffentlicht?

Tobias: „In den Apple-Store kommt es in meinem Fall über einen Dienstleister – XinXii.com. Die verlangen zwar eine Provision, kümmern sich aber um alle Stores. Das Buch ist zudem bei Amazon erhältlich und kommt in wenigen Tagen auch in alle anderen gängigen E-Book-Stores.“

Wann ist es aus deiner Sicht für Journalisten sinnvoll ein E-Book zu veröffentlichen?

Tobias: „Ganz simpel: Wenn man ein Thema hat. Das gilt zwar nicht nur für Journalisten, aber gerade wir sind es gewohnt, komplexe Sachverhalte in verständliche Worte zu packen. Letztlich mache ich in meinem E-Book nichts anderes. Zudem ist es natürlich nicht schlecht, wenn man eine Marktlücke findet. Auch das ist – glaube ich – bei „Verschlüsselt!“ der Fall. Eine so umfangreiche und so simple Anleitung gibt es für den Preis meines Wissens nach bislang einfach nicht.“

Wie sollte die Werbung/das Marketing dafür aussehen?

Tobias: „Über die Werbung und das Marketing muss jeder individuell entscheiden. In meinem Fall habe ich mich gegen offensives Marketing per Facebook- oder AdSense-Werbung entschieden. Stattdessen nutze ich meine schon vorhandenen Vertriebskanäle: Blog, Twitter, Facebook und Google+.

Bislang reicht das, je nachdem würde ich aber auch die anderen Alternativen mal ausprobieren. Das hängt alles aber auch vom Budget ab: Bei Facebook, Twitter und Co. ist die Werbung effektiv und kostenlos, besonders wenn sich eine kleine Welle um das Produkt entwickelt. AdSense-Werbung kostet Geld – und das will auch erst mal wieder reingeholt werden.“

Können E-Books für Journalisten eine nennenswerte Einnahmequelle sein?

Tobias: „Dazu kann ich noch gar nicht viel sagen, da noch keine Verkaufszahlen da sind. Die kommen erst gegen Ende des Monats. Aber: Ich bin immerhin in meiner Kategorie bislang stur auf Platz 1 der Amazon-Charts und im iBookstore in den Top 10. In den Gesamtcharts war ich im iBookstore zeitweise sogar einige Plätze vor Dan Browns „Inferno“ – einem meiner Lieblingsautoren.

Von einem E-Book wird man sicher nicht reich. Aber man sieht am Beispiel von Leuten wie Matthias Matting, dass die Masse durchaus auch viel Geld einbringen kann. Bei 38 E-Books in zwei Jahren hat er einige Tausend Euro verdient. Ob sich der Aufwand rechnet, weiß ich allerdings nicht.“

Welche positiven Effekte jenseits der Einnahmen siehst du durch eine solche Veröffentlichung für Journalisten?

Tobias: „Einige. Zum einen ist ein solches Projekt etwas, was die Marke stärkt. Das ist besonders für freie Journalisten wie mich ein großer Pluspunkt. Zudem ist die Arbeit an und um ein E-Book aber auch sehr vielseitig und man muss sich auch mal um andere Dinge kümmern als nur Recherche und Schreiben. Marketing, Konvertierung, Cover, Dienstleister, etc. pp.

Es gibt einige Dinge, in die man sich reinarbeiten muss und die dann auch richtig Spaß machen können. Für mich war es jedenfalls nicht das letzte E-Book-Projekt. Sobald ich wieder ein Thema habe, geht’s weiter.“

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